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Auf Verstärkung kann die Wehr lange warten
Auf der Insel Borkum ist die Freiwillige
Feuerwehr auf sich allein gestellt / Gute Ausstattung, gute
Unterstützung
Borkum ist eine kleine Stadt, aber ihre Feuerwehr ist ganz gut
ausgestattet. Muss sie auch, sagen die Insulaner.
ew Borkum. Erich
Schubert säubert die Atemschutzmaske und schweißt sie in eine
Plastiktüte ein. Der stellvertretende Gerätewart der Freiwilligen
Feuerwehr Borkum hat auch noch eine Woche nach dem großen Brand im
Apartmenthaus „Nordmeer“ genug zu tun. Alles muss wieder ein- und
aufgeräumt werden, die Schutzanzüge und Atemschutzmasken gesäubert und
geprüft, die Atemluft-Flaschen wieder aufgefüllt werden.
Alle 68 Feuerwehrmänner und -frauen waren vergangenen Mittwoch beim
Brand in der Bismarckstraße gewesen. Der Einsatz war in diesem Jahr der
größte für die Wehr der Stadt Borkum. Um 10.41 Uhr kam der Alarm, um
10.45 Uhr sausten die ersten Fahrzeuge los, sagt Zugführer Peter Hillig.
Immer wieder mussten kleine Trupps mit Atemschutzmaske und
Sauerstoffflasche ins brennende Haus, sonst wäre das Feuer nicht zu
bekämpfen gewesen. Nur von der Drehleiter aus zu löschen, reichte nicht.
„Die Jungs waren danach total fertig“, sagt der stellvertretende
Stadtbrandmeister, Wilhelm Thun. Bis 17 Uhr löschte die Feuerwehr,
danach stellte sie noch bis zum frühen Donnerstagmorgen eine Brandwache
auf, damit das Feuer nicht unbemerkt wieder aufflackern konnte. Auf
Verstärkung darf die Inselwehr nicht hoffen. Sie muss alles allein
erledigen.
Deshalb ist die Borkumer Feuerwehr auch relativ gut ausgestattet. 68
Aktive zählt sie, neun Fahrzeuge und drei Anhänger kann sie vorweisen;
darunter mehrere moderne Löschfahrzeuge, einen Drehleiterwagen, einen
Rüstwagen mit allen technischen Arbeitsgeräten für Brände und Unfälle zu
Wasser und zu Lande sowie drei Mannschaftstransportwagen. Nicht schlecht für
eine Stadt mit 5 500 Einwohnern, sagen auch die Feuerwehrmänner Hillig
und Thun. Aber: Die Ausstattung brauchen sie auch, fügen sie hinzu.
Denn die Wehr sei auf sich allein gestellt, erst recht, seitdem auch die
Bundeswehr samt ihrer Feuerwehr Borkum verlassen hat. Das Technische
Hilfswerk (THW) gibt´s auch nicht. Am vergangenen Mittwoch war die
Feuerwehr aber froh, dass wenigstens der Seenotrettungskreuzer „Alfried
Krupp“ im Borkumer Hafen lag. Denn ihr Kompressor ging kaputt. Die
Männer vom Seenotrettungskreuzer halfen aus und füllten die
Atemluft-Flaschen wieder auf.
Gibt´s Reparaturen, müssen die Freiwilligen selbst ran. Nur für die
Wartung haben sie einen hauptamtlichen Gerätewart, in diesem Fall ist es
Stadtbrandmeister Rolof (genannt Epi) Brinkmann.
Sogar die Ausrüstung wird teilweise über einen eigenen Förderverein
bezahlt. Der hat über 300 Mitglieder. Eine kleine Stadt wie Borkum könne
die ganze Ausrüstung nicht allein kaufen, sagt Thun.
Oder Mitglieder der Ortshandwerkerschaft greifen tief in ihre Taschen.
Nächste Woche übergeben sie der Feuerwehr einen neuen
Mannschaftstransportwagen. Und von der Stadt gibt´s einen neuen
Rüstwagen. Der Stadtbrandmeister holt ihn gerade vom Festland.
Damit bei einem Einsatz immer genug Leute kommen, wird die Borkumer
Feuerwehr in drei Schichten eingesetzt. Wer absolut nicht kann, muss für
Ersatz sorgen. Nach zwei Wochen Bereitschaftsschicht, die bei Alarm zum Einsatz
verpflichtet, gibt´s vier Wochen frei, sagt Zugführer Hillig.

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In der von-Frese-Straße hat
die Freiwillige Feuerwehr Borkum ihren Stützpunkt. Die Ausstattung der
Inselwehr ist gut, was aber fehlt, ist ein großes Übungsgelände, sagen
der stellvertretende Stadtbrandmeister Wilhelm Thun (links) und
Zugführer Peter Hillig |
Foto: Wieking
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